Frankfurter Sportvereine wachsen weiter
Bilanzpressekonferenz des Sportkreis Frankfurt e.V.
Frankfurt am Main – Bei der Bilanzpressekonferenz am 09. April stellte der Sportkreis-Vorsitzende Roland Frischkorn die aktuellen Mitgliedszahlen der Frankfurter Turn- und Sportvereine vor. Zu Gast in den Räumlichkeiten von Spiridon Frankfurt e.V. sprach er mit Oberbürgermeister und Sportdezernent Mike Josef und Dr. Michael Spreng, 1. Vorsitzender von Spiridon Frankfurt, über die positive Entwicklung und deren notwendige Voraussetzungen sowie den Laufsport in der Mainmetropole.
Kontinuierliches Wachstum der Turn- und Sportvereine
Jedes Jahr bittet der Landessportbund Hessen e.V. (lsb h) alle ihm angeschlossenen Mitgliedsvereine um die Aktualisierung ihrer Mitgliederzahl. Die Bestandserhebung dient dabei nicht nur der Statistik, sie ist auch Grundlage für z. B. Zuschüsse und Förderungen. Für Frankfurt zeichnet die Auswertung erneut ein positives Bild: 356.094 Personen waren zum Stichtag Mitglied in einem der 416 Frankfurter Turn- und Sportvereine. Das entspricht einem Anstieg von 4,35 % im Vergleich zum Vorjahr und belegt die anhaltende Attraktivität der Sportvereine und den Stellenwert von Sport und Bewegung. „Wir freuen uns, auch in diesem Jahr eine Steigerung verkünden zu dürfen“, betonte Frischkorn und ergänzte: „Sport ist so viel mehr als Wettkampf. Sport vermittelt Werte wie Respekt, Fairness, Teamgeist und ist unabdingbarer Baustein für funktionierende Integration. Sport ist Raum zur Auseinandersetzung, zur Diskussion, zum Streit – eben zur Demokratie. Deswegen müssen wir die Räume für Sport und Bewegung wieder zurückgewinnen.“ Ein wichtiges Signal hierfür sende die wertvolle und erfolgreiche Kooperation mit dem Deutschen Architekturmuseum (DAM). Im Rahmen der Ausstellung „Die Stadt ist der Sport“ präsentieren sich dort Turn- und Sportvereine aus Frankfurt durch Mitmachangebote, wie beispielsweise Fechten und Rugby. Auch die offene Sportszene beteiligt sich durch Highlight-Events in den Sportarten Calisthenics, Basketball und Tanzen. „Sport und Bewegung finden wir nicht nur in Vereinen – mit rund 6.000 Personen bietet auch die offene Szene eine wertschätzende und tolerante Community, die gemeinsam Freude an der Bewegung lebt. Daher ist es uns als Sportkreis ein großes Anliegen, Communitys wie Flythenics Frankfurt oder EZBBASKETBALL zu unterstützen“, erklärte Frischkorn. Die Ausstellung im DAM kann noch bis zum 07. Juni besucht werden, Mitglieder eines Turn- oder Sportvereins profitieren vom ermäßigten Eintrittspreis.
Die größte Ehrenamts-Organisation
Mit über 356.000 Mitgliedern und rund 15.000 Mitgliedern der Anschlussorganisationen, wie beispielsweise dem DLRG oder dem Betriebssport-Verband, ist der Sport die mit Abstand größte Ehrenamts-Organisation in Frankfurt. „Ohne dieses unglaubliche Engagement könnte der Sport nicht existieren. Wir freuen uns daher sehr über das ‚Jahr des Engagements‘, welches die Stadt ausgerufen hat, um der ehrenamtlichen Arbeit die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdient“, betonte Frischkorn.
Mike Josef, Oberbürgermeister und Sportdezernent der Stadt Frankfurt, sagte: „Unsere Stadt lebt von Menschen, die sich für sie, und vor allem auch füreinander, einsetzen. Und das in nahezu allen Lebensbereichen. Besonders deutlich wird das im Sport. Mehr als 350.000 Mitglieder in Turn- und Sportvereinen profitieren von der Zeit und dem Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, Trainerinnen und Trainer. Sie leben täglich Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt, sind wichtige Ansprechpersonen für Kinder und Jugendliche. Dieses Engagement ist für unsere Stadt, für unsere Gesellschaft, unverzichtbar. Ich danke ihnen hierfür von Herzen.“ Wachstum benötigt Sportentwicklung
Das Ehrenamt im Sport entwickelte sich in den vergangenen Jahren gemeinsam mit den Mitgliederzahlen in großen Schritten. Vergleicht man die Mitgliederzahlen der Jahre 2016 und 2024 miteinander, ergibt sich eine Steigerung von beeindruckenden 62,05 %. Im gleichen Zeitraum ist die Stadt Frankfurt am Main, gemessen an den Einwohnerzahlen, um lediglich 6,74 % gewachsen. Über 41 %, und somit fast die Hälfte aller Frankfurter*innen, waren demnach 2024 Mitglied eines Turn- oder Sportvereins. Dies belegt die hohe Bedeutung des Sports für die Bürger*innen und begründet zugleich die Notwendigkeit einer mitwachsenden Sportinfrastruktur. Man begrüße ausdrücklich die geplanten Projekte, wie beispielsweise die Multifunktionsarena, zugleich müsse der Bau einer Sporthalle, die vollständig für den Bedarf des Turnsports ausgerichtet ist (analog der Leichtathletik-Halle Kalbach) sowie einer Schul- und Trainingsschwimmhalle und die langfristige Entwicklung des nördlichen Mainufers von Fechenheim bis Sindlingen zu einem Sport- und Bewegungsufer auf dem Programm stehen. Die Infrastruktur für den Breitensport sowie die finanzielle Unterstützung vermeintlich kleinerer Vereine dürfe nicht unter Großprojekten leiden, so Frischkorn.
Laufen im Herzen Europas: Spiridon Frankfurt e.V.
Jährliche Highlights im Sportkalender bietet Spiridon Frankfurt e.V., Gastgeber der diesjährigen Bilanzpressekonferenz, z. B. mit dem Frankfurter Mainova Halbmarathon, dem Spiridon Mainova Silvesterlauf oder Laufangeboten durch den Stadtwald in verschiedenen Paces zum jährlichen „Tag des Laufens“. Ein weiteres Gemeinschafts-Highlight ist die gemeinsame Teilnahme an Laufwettkämpfen oder den Wettkämpfen der Hessischen Triathlon-Liga, welche für die Mitglieder zur beliebten Tradition geworden sind. „Ganz besonders freut uns, dass wir mit diesen vielfältigen Angeboten einerseits zahlreiche Breitensportler*innen ansprechen, die einfach einen Ausgleich für ihre meist sitzende berufliche Tätigkeit suchen, etwas für ihre Gesundheit tun oder im Stadtwald beim lockeren Gespräch in der Laufgruppe entspannen wollen“, betonte Michael Spreng von Spiridon und ergänzt: „Andererseits können wir aber auch regelmäßig den Sieg oder AK-Sieg eines unserer Mitglieder bei Wettkämpfen bis hin zu Hessischen und Deutschen Meisterschaften feiern – oder sogar Deutsche und Weltrekorde in den Altersklassen.“
Zur neu gegründeten Sportagentur sagte Andreas Bechmann, stellvertretender Vorsitzender des Sportkreises: „Die FSA Frankfurter Sportagentur steht für eine neue Generation von Sportveranstaltungen – lokal verankert, nachhaltig gedacht und mit echtem Mehrwert für den Sport in unserer Stadt. Als Athlet und Ehrenamtler weiß ich, wie wichtig es ist, dass Events nicht nur begeistern, sondern auch Strukturen schaffen, die langfristig wirken. Der Mainova Frankfurt Marathon hat das Potenzial, weit über den Renntag hinaus zu wirken – für Vereine, Nachwuchs, Breiten- und Spitzensport. Und Mehrwerte für die lokale Wirtschaft und Stadtgesellschaft zu schaffen. Jetzt ist der richtige Moment, ihn gemeinsam weiterzuentwickeln und in eine neue Ära zu führen: mit klarer Haltung, regionaler Verankerung und einem starken Netzwerk aus Sport, Wirtschaft und Gesellschaft.“
Weiterführende Informationen zu den Mitgliederzahlen sowie Vergleichsdaten finden Sie in der untenstehenden Übersicht.


(c) Fotocredit Titelbild: Florian Wiegand
Der Sportkreis Frankfurt e.V. ist die Dachorganisation der Frankfurter Turn- und Sportvereine und dem Landessportbund Hessen angeschlossen. Er vertritt die Interessen der rund 416 Frankfurter Turn- und Sportvereine mit über 354.000 Sportlerinnen und Sportlern nach innen und außen. Dabei unterstützt er die Vereine zum Beispiel bei Zuschüssen, Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliedergewinnung und Weiterentwicklung von Sportangeboten.